Analkrebs (Analkarzinom) - Ursachen, Symptome und Heilung

Krebs kann an allen Stellen des Körpers auftreten – auch im After. Dabei bildet sich ein bösartiges Geschwür im Analkanal. Wie die Krankheit entsteht, welche Risikofaktoren es gibt und wie sie behandelt wird, erfahren Sie hier.

Ein Analkarzinom tritt im unteren Ende des Darms, dem Analkanal, und am Analrand auf. Der Analrand verläuft vom After ausgehend bis fünf Zentimeter nach außen. Im Vergleich zu Darmkrebs ist diese Krebsart sehr selten. Wer jedoch bereits andere Krankheiten am Analbereich hatte, trägt ein höheres Risiko und sollte mögliche Symptome kennen.

 

Symptome von Analkrebs

Die Deutsche Krebsgesellschaft nennt folgende Symptome, die auf ein Analkarzinom hindeuten können:

  • Blut auf dem Stuhl
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Juckreiz im Analbereich
  • Fremdkörpergefühl
  • Stuhlunregelmäßigkeiten
  • Verstopfung
  • Probleme, den Stuhlgang zu kontrollieren
  • Vergrößerte Leistenlymphknoten
  • Auffällig geformter Stuhl, etwa bleistiftdünner Stuhl oder Einkerbungen im Stuhl
  • Abgeschlagenheit
  • Gewichtsverlust
  • Nachtschweiß
 

Was sind die Risikofaktoren für Analkrebs?

Als Auslöser für Analkrebs gelten vor allem bestimmte Typen der Humanen Papillomviren. Eine Übertragung der Viren geschieht in erster Linie über Sexualkontakte. Vor allem ungeschützter Analverkehr gilt als Risikofaktor.

 

Menschen, bei denen mit Medikamenten das Immunsystem unterdrückt wird, wie das bei Personen mit einem Spenderorgan der Fall ist, haben eine geschwächte Abwehr. Auch Personen, die an Aids erkrankt sind, haben ein schwächeres Immunsystem. Damit ist ihr Erkrankungsrisiko erhöht. Das gilt auch für Analkrebs.

Rauchen erhöht ebenfalls das Risiko, an Analkrebs zu erkranken. Zudem gibt es den Experten der Deutschen Krebsgesellschaft zufolge chronisch verlaufende Erkrankungen im Anus, wie Hämorrhoiden, Fisteln, Fissuren oder Herpes, die parallel mit einem Analkarzinom auftreten können. Patienten mit Infektionen im Analbereich müssen daher sorgfältig ärztlich beobachtet werden.

 

Wie wird Analkrebs diagnostiziert?

Bei einem Verdacht oder im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung wird ein Proktologe zunächst eine Tastuntersuchung vornehmen. Der Proktologe ist ein Facharzt für alle Krankheiten im Mastdarm und Analkanal. Dieser prüft auch, ob der Schließmuskel richtig funktioniert, weil das ein Hinweis auf Krankheiten sein kann.

Mittels Enddarmspiegelung (Proktoskopie) kann der Arzt eine gesicherte Diagnose treffen. Bei der Spiegelung wird zudem eine Gewebeprobe aus dem Analkanal genommen und im Labor auf bösartige Veränderungen hin überprüft. Meist wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, außerdem tastet der Arzt die Lymphknoten an den Leisten ab.

Lautet die Diagnose tatsächlich Analkrebs, muss mit einer kompletten Darmspiegelung (Koloskopie) untersucht werden, ob gegebenenfalls auch Tumoren, Krebsvorstufen oder Entzündungen im Dickdarm, wie beispielsweise Morbus Crohn, vorliegen. Weitere Untersuchungen von Bauchraum und Brustkorb dienen der Beurteilung, ob sich bereits Metastasen gebildet haben.

 

Welche Formen von Analkrebs gibt es?

Es gibt zwei Formen von Analkarzinomen. Das sind:

  • Plattenepithelkarzinome und
  • Analrandtumoren.

Plattenepithelkarzinome sind die häufigere Variante.

 

Wie wird Analkrebs behandelt?

Welche Therapie vorgenommen wird, hängt von der Krebsart ab. So wird ein sogenannter Analrandtumor chirurgisch entfernt. Für den Fall, dass ebenfalls Nachbarregionen betroffen sind, wird zusätzlich eine kombinierte Radiochemotherapie durchgeführt. Dabei kommen sowohl eine Chemo- als auch eine Strahlentherapie zum Einsatz. Die Lymphknoten im Becken und den Leisten werden hierbei ebenfalls bestrahlt.

Ein Plattenepithelkarzinom im Anus wird in der Regel auch mit kombinierter Radiochemotherapie behandelt. Eine Operation, bei der Teile des Enddarms entnommen werden müssen, wird nur selten durchgeführt.

 

Welche Heilungschancen bestehen bei Analkrebs?

Beim Plattenepithelkarzinom liegt die Prognose je nach Stadium des Krebses zwischen 50 bis 95 Prozent. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Die Erfolgsrate, dass ein chirurgisch entferntes Analkarzinom ausheilt und nicht wiederkehrt, sind nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft sehr gut. Hier gebe es eine "exzellente Prognose", heißt es.

 

Kann man Analkrebs vorbeugen?

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft könnte ein Großteil der Erkrankungen an Analkrebs durch eine Immunisierung gegen die auslösenden Humanen Papillomviren verhindert werden. Da die Erreger des sogenannten Risikotyps auch Gebärmutterhalskrebs auslösen können, wird die HPV-Impfung für Mädchen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch Kondome helfen, das Infektionsrisiko mit HP-Viren deutlich herabzusetzen.

Eine gesunde Ernährung, geringer Alkoholkonsum, Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten sind sinnvolle Verhaltensweisen zur Vorbeugung von Krankheiten im Allgemeinen. Von Zigaretten geht nachweislich ein erhöhtes Risiko für Analkrebs aus.